Füttern & Flaschennahrung

Vorab – ich bin weder ein Befürworter von Stillen oder Nicht Stillen. Ich möchte hier keine Intension geben zu Stillen oder es eben nicht zu tun. Da Matteo nicht gestillt wurde soll dieser Artikel dazu dienen die wichtigsten Tipps die ich mir in mehreren Monaten Zusammenleben mit einem Flaschenbaby angewöhnt habe, weiterzugeben. Folglich werde ich auch keinen Tipp abgeben welche Nahrung verwendet werden sollte, da ich finde, dass dies sehr individuell ist. Ich kann hierzu nur sagen, dass ich schnell auf mein Bauchgefühl gehört habe und die Nahrung umgestellt habe. Seit diesem Tag hat Matteo dann im Alter von 3 Wochen (bis heute) durchgeschlafen.

Sterilisieren: Kauf dir ein Mikrowellen-Sterilisationsgerät. Das kostet wenig in der Anschaffung, und sterilisiert bis zu 6 Flaschen in 5 Minuten in der Mikrowelle. Superschnelles Handling und kein kompliziertes Auskochen ist nötig.  Auch praktisch: die Flaschen bleiben bei geschlossenem Deckel bis zu 12 Stunden steril. Das spart Zeit und auch Geld. Mein Tipp (weil unser 1. Sterilisationsgerät nach kurzer Zeit den Geist aufgab): Mikrowellen-Dampfsterilisator von MAM.

Hierzu passt auch schon mein nächster Tipp. Schaff dir mehrere Flaschen an. Wir haben immer 5 – 6 Flaschen im Einsatz. So landest du nicht in einer Abspül-Odysee und musst nach jedem Füttern das Flascherl spülen und neu desinfizieren. Ich habe es so gemacht: am Abend nach der letzten Mahlzeit habe ich alle schmutzigen Flaschen gewaschen und zum Sterilisieren vorbereitet. In der Früh bei Aufstehen die Mikrowelle anschalten und in wenigen Minuten sind alle Flaschen für den Tag griffbereit und sterilisiert.

Rechtzeitig planen. Ich habe mir vorab gedacht – und auch aus Erzählungen gehört – wie kompliziert wird das jetzt mit der Bereitstellung von abgekochtem Wasser. Mal zu heiß, dann zu kalt und vor allem wie soll ich mit dem vor Hunger brüllenden Baby das Flascherl zubereiten und zeitgleich das Baby beruhigen. Fragen über Fragen. Ganz ehrlich: nach wenigen Tagen mit Matteo zu Hause hatten wir den Dreh schon raus. Richtig temperiertes Wasser bereit zu halten ist mehr als einfach: Ich lasse das Wasser im Wasserkocher aufkochen und auch gleich darin abkühlen bis es etwas heißer als Trinktemperatur ist. Abgefüllt in eine hochwertige Thermosflasche hält es für mindestens 12 Stunden und kühlt genau die paar Grad aus die für die perfekte Trinktemperatur nötig sind.

Füttern nach Hunger: mein Kind ist eines der Sorte, die so ziemlich alles wieder retournieren was sie gegessen haben. Man kann auch liebevoll Fontänenbaby zu ihm sagen 😉 Ich habe gelernt, dass Matteo noch mehr erbricht wenn man ihn nicht füttert wenn der Hunger auftaucht, sondern nach einer bestimmten Zeit einen künstlichen Rhythmus aufzuzwingen versucht. Das Baby wirklich nur Füttern wenn es Hunger hat (diese Signale wie Hände in die Mund stecken oder brüllendes Schreien 😉 erkennst du eh schnell).   In diesem Zusammenhang gleich noch eine Empfehlung: hat dein Baby Reflux so wie meines, verwende Anti Colic Fläschchen, die die Luft direkt beim Trinken zuführen. Damit hat das Baby nicht nur merklich weniger Bauchweh (das hat Matteo zum Glück fast nie), sondern diese Flaschen helfen auch bei mehr oder weniger starkem Reflux. Diese Flaschen lassen sich außerdem leichter reinigen weil sie zerlegt werden können. Mein Tipp: MAM Anti-Colic-Flasche (die gibt´s in klein für den Anfang und groß für etwas später).

Aufhören wenn das Baby genug hat. Die Zeiten wo galt „es wird aufgegessen was auf den Tisch kommt sind längst vorbei. Nach einer kurzen Unterbrechung und Pause für ein Bäuerchen merkst du sehr schnell ob dein Baby noch Hunger hat oder nicht mehr trinken möchte. Überfüttere es nicht – auch Babys haben Schübe essen mal mehr, mal weniger.

Kuscheln: Stillen ist eine sehr intime Zeit zwischen Mama und Kind. Trinkt dein Baby Flasche solltest du dafür extra Kuscheleinheiten mit Körperkontakt einlegen. Wir haben diese Minuten Extra-Zeit immer sehr genossen und auch die Empfehlung unserer Hebamme bekommen das wirklich bewusst zu genießen.

Unbedingt an die Angaben auf der Flasche bzw. auf der Packung der Milchnahrung halten: weder mehr geben als für das Alter bestimmt ist und auch die genauen Mengen einhalten – also die Milch nicht dicker anrichten – das kann dem Baby schaden haben mir Ärzte und auch Hebamme geraten. Außerdem die Flaschen immer frisch zubereiten – abgekühlte Fläschchen wegschütten und nicht wieder erwärmen.

Rituale: Wir haben immer darauf geachtet, dass es einen bestimmten Ablauf am Morgen und am Abend gibt. Vor der letzten Abendmahlzeit (die ich individuell gebe wann Matteo Hunger hat) mache ich Matteo immer bettfertig und er zieht seinen Schlafanzug an. Anschließend geht er gleich nach dem Trinken ins Bett.

Beim Füttern in der Nacht in den ersten Wochen habe ich zusätzlich noch darauf geachtet, dass wir einen klaren Unterschied zwischen Tag und Nacht erhalten. In der Nacht wurde das Licht nur wenig gedimmt und auch danach ging es sofort wieder retour in sein eigenes Zimmer und eigenes Bett. Kein Spielen, Kuscheln und Co. Trinken und dann wieder schlafen.

Und mein wichtigster Tipp zum Schluss: Lass dich weder in die eine, noch in die andere Richtung drängen. Informiere dich gut und umfassend und entscheide selbst. Lass dir das aber nicht vorwerfen, sondern stehe selbstbewusst zu deiner Entscheidung egal in welche Richtung diese geht. Nun wünsche ich allen Mamis und ihren Babys eine wunderbare erste „Mahl“Zeit.

In freundlicher Zusammenarbeit mit MAM.