Sie ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Foodblogs: die Foodfotografie. Denn ein Foodblog lebt nicht nur von den Rezepten, sondern vor allem auch von den Bildern. Umso schöner und professioneller diese sind, umso professioneller wird auch gleich der gesamte Blog. Das mag ja nun alles ganz einfach und unkompliziert klingen, was viele aber nicht wissen: (Food)Fotografie bedeutet nicht, nur auf den Auslöser zu drücken. Hier steckt vielmehr dahinter, das wissen alle, die sich schon mit der Fotografie näher beschäftigt haben und einmal eine echte Kamera in der Hand hatten. 😉 Damit es in Zukunft jedem gelingt, schöne Food-Fotos zu machen, gibt’s hier heute ei etwas anderes Buchspecial für alle Fotografie-Begeisterten und jene,die es noch werden wollen: die besten Buchtipps zum Thema Food-Fotografie inklusive wertvoller Tipps vom echten Profi-Fotografen. 😉

1. Mein erster Buchtipp nennt sich ganz einfach „Foodfotografie“ von Peter Rees. Und dieses Buch kann ich euch deshalb empfehlen, weil es wie ein Kochbuch aufgebaut ist. Es gibt „Rezepte“, die man Fotografieren möchte, wie zum Beispiel den Obstkorb und dazu passend eine Zutatenliste, bestehend aus den nötigen Lebensmitteln und den Requisiten. Und was darf natürlich nicht fehlen – die Zubereitung! Diese ist sehr detailliert beschrieben – sowohl in Textform als auch graphisch. Aufgeteilt ist das Buch in mehrere relevante Kapitel: von Equipment und Requisite über die Gestaltung bis hin zur nicht unwichtigen Aufgabe des Foodstylings (denn nur so werden die Bilder auch richtig ansehlich ;)) und schlussendlich das wichtigste – die Fotopraxis. Ich finde, dass in diesem Buch alles toll erklärt ist und auch graphisch sehr verständlich. Also: ein super Buch für alle Fotografie-BEgeisterten, die sich in Zukunft genauer mit Essen beschäftigen möchten – fototechnisch gesehen, versteht sich… 😉

2. Das zweite Buch hat einen Titel, der richtig Hunger macht 😉 „Fotografie al dente. So kommt die Pasta richtig aufs Bild“ von Jana Mänz/Dr. Susan Brooks-Dammann/Corinna Gissemann. Doch der Titel täuscht, denn es geht hier drin um viel mehr als nur im Pasta! 😉 Und das Beste: man kann einige der Rezepte von vorne bis hinten nachmachen, sprich von der Zubereitung über das Styling bis hin zum Fotografieren!! Hier kommt also jeder auf seinen Geschmack! Zwischen den Rezepten findet man immer wieder Fotoübungen in verschiedenen Kategorien: natürliches Licht, künstliches Licht, für Einsteiger, für Fortgeschrittene und, und, und… Ein weiterer Pluspunkt ist der Exkurs zur Bildbearbeitung. Hier werden zwei Programme vorgestellt und erklärt (Lightroom & Picasa) und Tipps aus der Photoshop-Trickkiste gegeben. Damit man mit der ganzen Theorie auch was anfangen kann, gibt’s am Ende einen Ausflug in die „Welt der Foodies“ – hier kann man sehen, wie echte Profis ihre Fotos gestalten. Mein Fazit: ein super Buch, das eigentlich alles bietet, was man wissen muss! Daumen hoch 😉

3. Mein dritter Buchtipp nennt sich wieder ganz simpel „Foodfotografie“, von Corinna Gissemann. Dieses Buch ist vor allem für all jene geeignet, die auf sehr detaillierte Erklärungen inklusive Abbildungen stehen. Von der richtigen Ausrüstung über die Grundlagen, das richtige Licht, Gestaltung und Komposition bis hin zum Styling und noch vielem mehr wird hier alles sehr genau beschrieben, so dass man rein theoretisch nix mehr falsch machen kann. 😉 Vor allem auf das Styling und die Gestaltung wird in diesem Buch viel Wert gelegt. Was mir dabei besonders gut gefällt: die Autorin zeigt, wie man Styling-Elemente ganz leicht selbst machen kann, wie zum Beispiel die lässigen rustikalen Holzuntergründe, die wohl jeder Foodfotograf selbst schon mal verwendet hat. Zu guter Letzt gibt es noch ein Inspirations-kapitel mit Tipps und Tricks der Autorin, wie das perfekte Foto ganz easy gelingen kann. Alles in allem ein schönes Buch, das besonders auf Einsteiger ausgerichtet ist.

Ich habe mir aber nicht nur die Bücher ganz genau angeschaut, sondern auch einen echten Profi interviewt 😉 Lest hier selbst, was er zum Thema Foodfotografie zu sagen hat:

1) Was muss man bei der Foodfotografie besonders beachten?

Besonders wichtig ist neben der Foto-Ausrüstung nicht nur ein großer Fundus an Accessoires und ein leckeres Essen natürlich, sondern auch ein guter Geschmack, was das Zusammenspiel der wichtigsten „Bausteine“ des Fotos betrifft. Welches Essen möchte ich abbilden? Welcher Unter-/Hintergrund passt? Welches Geschirr, Besteck und welche kleinen, aber wichtigen Details wie zb. Blumen, Servietten oder ähnliches könnte das Tüpfchen am i des Settings sein? Wenn ich dies alles richtig kombiniere – und dann auch noch ein gutes Licht habe – stecht einem appetitanregendem Foto nichts im Wege.

2) Was ist das Schwierige/die Herausforderung bei der Food Fotografie?

Gerade die Kombination aller oben angeführten Bausteine ist eine der größten Herausforderungen. Klar ist aber auch, dass Essen oder Trinken immer unterschiedlich aussieht, je nachdem wie lange es steht. Ob die Suppe dampft, das Eis schmilzt oder ob ein Souflet in sich zusammenfällt, das alles sind natürlich wichtige Kriterien. Timing ist also schon sehr wichtig, genauso wie die Berücksichtigung von saisonalen Besonderheiten bei den Gerichten. Nichts wirkt besser als Essen aus frischen Beilagen.

3) Was braucht man an Equipment?

Grundsätzlich würde ich sagen, „reicht“ zu Beginn eine semiprofessionelle Spiegelreflexkamera und ein gutes Objektiv. Persönlich bin ich von Objektiven mit Festbrennweiten einfach überzeugt, weil sie den Fotografen dazu forcieren, seine Position zu verlassen und neue Blickwinkel auszuprobieren. Und oft ergeben sich zwei völlig unterschiedliche Bilder, abhängig davon ob man ein gericht von vorne oder von oben fotografiert. In weiterer Folge, und wenn man sich nicht nur auf Available Light verlassen will, dann braucht es eine ausreichende Beleuchtung, vielleicht ein zweites Objektiv für andere Bildkreationen und und und. Eine vollständige Ausrüstung gibt es quasi nie, man kommt – mit geänderten Aufträgen und mit dem Willen, sich immer wieder neu zu erfinden – immer wieder auf neue Needs drauf.

4) Gibt es ein „Rezept“ für das perfekte Foodfoto?

In meinem Fall ist das „Erfolgsrezept“ das tolle Zusammenspiel mit meiner Freundin cookingCatrin. Sie betreibt einen der größten deutschsprachigen Foodblogs und ist für die kulinarischen Köstlichkeiten und die Accessoires zuständig, und ich für den technischen Teil mit Kamera, Licht und Postproduction. Wichtig ist dabei allerdings immer, dass der Spass an der Fotografie und die Lust am Kochen und schön anrichten nicht zu kurz kommen. Das spiegelt sich nämlich in den Fotos wieder, und Kreativität braucht einfach gute Stimmung. Daher: Nicht verzagen, wenn mal nicht alles gleich gelingt. Gut Ding braucht Weile.

5) Zum Schluss: was empfiehlst du jemandem, der mit der Foodfotografie beginnen möchte?

Auslösen, auslösen, auslösen! Und damit meine ich nicht, Fleisch mit dem Messer vom Knöchen zu lösen, sondern möglichst viel und oft fotografisch probieren. Essen gehört ja zum täglichen Leben und zumindest 3 Mal am Tag hat man normalerweise die Gelegenheit zu einem Food Shooting. Das sollte man nutzen. Denn erst durch die Erfahrung, wie welche Speisen am besten in Szene gesetzt werden und wie sie bei gewissen Lichtverhältnissen wirken, wird man besser und lernt die verschiedensten Settings für das Essen kennen. Man muss aber keine wissenschaftliche Arbeit daraus machen: Nur wer loslegt, kann etwas bewegen. Daher: Pack Deine Kamera und ab in die Küche! 🙂

Mit diesen Buchtipps und den Ratschlägen vom Experten höchstpersönlich kann eigentlich nix mehr schief gehen und es bleibt nur noch offen zu sagen: Ran an die Kamera und gutes Gelingen!