Der Winter zeigt sich in seinen allerletzten Zügen. Während wir uns noch auf’s Skifahren freuen, stellen wir euch auch gleich das letzte Buch zum Thema Winter-Küche für diese Saison vor.

„Kochen lernen im Rhythmus der Jahreszeiten“ – so lautet das Motto der Jahreszeitenkochschule von Richard Rauch. Die meisten von euch kennen vermutlich den Spitzenkoch, der 2015 zum Koch des Jahres gekürt wurde. Mit seinem neuesten Werk Winter – Die Jahreszeiten Kochschule {erschienen beim Brandstätter Verlag} ist die Kochbuch-Reihe nun im zweiten Band erschienen.

In diesem letzten Band der Jahreszeiten-Reihe zeigt Richard Rauch gemeinsam mit Katharina Seiser, wie man aus all den schönen Zutaten, die uns der Winter bereitstellt, köstliche und schmackhafte Gerichte zubereitet. Als Basis dient dabei stets die österreichische Küche. Mit Klassikern, Lieblingen der Autoren und kreativen Neuinterpretationen zeigt das Buch in insgesamt neun Kapiteln, wie schön die Winterküche sein kann. Ob Kohl & Kraut, Zitrusfrüchte & Exoten, Kekse, Kletzenbrot & Kramperl, ob Wiener Rindfleischküche, Rüben & Wurzelgemüse oder Schwein „von der Backe bis zur Wurst“, ob Heringsschmaus & noch viel mehr, Striezel, Krapfen, Buchteln & Co. oder sogar ganze Festtagsmenüs – neun Kapitel zeigen uns, welche Zutaten im Winter ohne schlechtes Gewissen genossen werden können – Stichwort: saisonale Jahreszeiten-Küche.

Zu Beginn jedes Kapitels steht zunächst eine Beschreibung der verwendeten Zutaten, sowie Tipps und Tricks, wie man welche Produkte am besten lagert und was man mit Überbleibseln machen kann. Dann geht es auch weiter mit den Rezepten – und diese sind alles andere als eintönig, soviel nur vorweg! Interessante Kombinationen und moderne Zutaten in Verbindung mit den traditionell österreichischen Rezeptgrundlagen schaffen neue Gerichte, die sofort Lust aufs Ausprobieren machen. Um nur einige zu nennen: Topinamburschaumsuppe mit Malzbier und Chips, Krautsuppe mit Ingwer und Räucherforellen, Schweinsbackerlsulz mit Endiviensalat und Eier-Vinaigrette, Austern mit Gin Tonic und Rettich, Kabeljau im Bierbackteig mit Süßkartoffelchips, Kastanien-Gnocchi mit Kohlsprossen und Granatapfel, kalter Milchreis mit Mango und Pitahaya, traditionelle Faschingskrapfen, Kletzenbrot oder Anisbögerl – man kann die Grundlagen der Heimatküche in jedem einzelnen Rezept erkennen, dennoch bemerkt man auch deutlich Einflüsse der modernen Küche.

Im Kapitel Festtagsmenüs werden Menü-Vorschläge gegeben {ob elegant, flott oder vegetarisch – die Menü-Vorschläge sind sehr vielseitig} und zusätzlich zu den Rezepten gibt es noch einen Ablaufplan zum Thema Einkauf & Vorbereitungen – somit kann an Weihnachten & anderen Festlichkeiten nichts mehr schief gehen.

Die Winter-Kochschule ist ein Buch, dass wir in unserem Regal nicht mehr missen möchten. Genau wie die drei Vorgänger zu den Themen Frühling, Sommer und Herbst sind auch hier neben den tollen Rezeptfotos wieder einige stimmige Impressionen aus der Heimat integriert – diese machen das Buch umso lesenswerter.

Weil wir neugierig waren, was der Profikoch höchstpersönlich zu sagen hat, haben wir ihn zu Interview eingeladen. Aber lest selbst, was er so über sein Buch und die Jahreszeiten geplaudert hat…

Was hat dich zur Jahreszeitenkochschule bewegt?

Es muss wieder mehr mit den Jahreszeiten gekocht werden! Man bekommt zur jeder Jahreszeit in jedem Kaufhaus Erdbeeren, Paradeiser, Gurken usw. und kann daher Jahreszeiten in der Küche gar nicht mehr unterscheiden. Ich wollte mit Katharina Seiser eine Standardreihe entwickeln, die unter anderem das Bewusstsein zu den saisonalen Produkten wieder wecken soll. Die Jahreszeiten leben nicht nur von den Produkten, sondern auch von den Traditionen und Bräuchen (wie dem Kekserlbacken, Sautanz, Germteig, Faschingskrapfen usw.) – solche finden sich auch in unseren Büchern wieder.

Was macht den Winter für dich so besonders?

Der Winter ist gemütlich, es wird viel gekocht, geschmort, mit Germteig gearbeitet und die eingemachten Gläser vom Sommer werden geöffnet und genossen.

Deine liebste Jahreszeit?

Jede Jahreszeit hat seinen eigenen Reiz. Der Spätsommer aber ganz besonders, denn da sind wir Köche fast schon überfordert mit einem Überangebot an Produkten… 😉

Wie wird man Koch des Jahres?

Da spielen einige Faktoren mit: Freude, Liebe zum Beruf, Leidenschaft und ein grandioses Team an meiner Seite, allen voran mit meiner Schwester Sonja, die mir den Rücken freihält und mit der liebsten und besten Freundin Ulrike an meiner Seite, die viel toleriert. Man muss außerdem zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und natürlich spielt auch ein bisschen Glück dabei mit.

Was ist dein Lieblings-Rezept?

Ganz klar – Naturschnitzerl mit Erbsenreis von der Mama und als süße Nachspeis‘: warme Topfenpalatschinken!

Wie nachkochbar sind deine Buch-Rezepte für „Ottonormalverbraucher“?

Die Rezepte sind perfekt und genau auf den Endverbraucher zugeschneidert, außerdem werden sehr viel Alternativen und Varianten gezeigt und kurze Einkaufslisten gegeben.

Welches Gericht geht immer und welches nie bei dir?

Persönlich liebe ich schnelle Küche und zuhause vor allem Salate in allen Varianten, außerdem kurzgebratene Gerichte mit Fisch und Fleisch. Es gibt tatsächlich kein Gericht, das ich nicht kochen möchte, aber: ich hasse Lakritze! 

Was macht dein Winter-Kochbuch so besonders?

Es hat sich bisher noch niemand so viele Gedanken gemacht über das Thema Winterküche, denn dieses war bisher eher eine Grauzone – dabei hat die  Winterküche einen ganz besonderen Reiz, der in diesem Buch deutlich gemacht wird.

Jetzt ist die Jahreszeitenküche ja voll – was kommt als nächstes?

Vielleicht kommen noch weitere Bücher über die nächsten Jahre dazu – Gerichte und Rezepte hätten wir ja noch genügend! Über ein fünftes Buch wird gerade spekuliert, vielleicht zum Thema „All Time Klassiker“…

Aktuelles Trendthema „Superfoods“ – wie stehst du dazu?

Finde ich an sich gut, aber es gibt genügend heimische Alternativen, z.B. Aroniabeeren, Hanfsamen, Hagebutten, Brennesseln, Leinsamen und viele weitere…

Dein persönlicher Tipp an alle HobbyköchInnen?

Öfters wieder zu Hause kochen! Außerdem bewusster einkaufen und mit den Jahreszeiten gehen. Wichtig ist auch, sich Zeit zu nehmen für gutes Essen und dabei vor allem das Handy auszuschalten und nicht immer erreichbar zu sein…

Wir hoffen, wir konnten euch mit diesem Buch noch einmal so richtig Lust auf winterliche Küche machen, bevor der Frühling dann endlich Einzug hält…

 

.s. cookingCatrin