Heute gibt es hier offiziell eine Premiere… ihr denkt jetzt, was kommt jetzt wieder.. Nein, ganz im Ernst ich berichte euch ja regelmäßig von kulinarischen Reisen oder tollen Restaurants. Aber nie, wirklich noch NIE habe ich mich unmittelbar nach dem Dinner (unter uns gesagt weit nach Mitternacht) zuhause hingesetzt und angefangen den Bericht zu tippen. Warum ich das jetzt mache – nun ja, es wäre schade um jedes Quäntchen Erinnerung dass ich über Nacht vergessen könnte… Aber jetzt quassle ich hier rund um den Brei (das ist heute wirklich die Untertreibung des Jahrhunders) und habe noch nicht mal verraten wo wir Abendessen waren. Hierzu sei gesagt: ein Vorteil für alle die mir auf Instagram folgen und natürlich schon längst meinen Beitrag vom zweiten Apero in Form von gepufftem Amaranth und frischem Fisch mit „Schüttelbrot“ entdeckt haben. Die wissen natürlich schon, dass wir ein Olivenöl Menü im wunderschönen See Restaraunt Saag genossen haben.

Ein Geheimtipp ist das vielfach ausgezeichnete und hochdotierte Restaurant ja eigentlich nicht mehr, könnte man denken – geht aber allenfalls als ein solcher durch. Würde ich jetzt hier von den Auszeichnungen des Restaurants anfangen würden wir noch übermorgen hier sitzen und glaubt mir man staunt wirklich nicht schlecht wenn sich ein Rahmen nach dem anderen mit Ehrungen von diversen Kulinarikführern auf den Wänden des Lokals wieder finden. Aber wieso bin ich heute eigentlich so euphorisch…?

Wir zählen, man könnte es ja kaum glauben, eher zur Sorte „gemütlich und unkompliziert“ aber natürlich lassen wir uns auch liebend gerne auf höchstem kulinarischen Ebenen verwöhnen. Dass diese zwei Faktoren auch zusammen gehen habe ich bis jetzt wirklich selten erlebt und meist nicht auf diesem kulinarischen Niveau. Heute Abend wurden wir aber eines Besseren belehrt. Bei uns am Tisch landete ein Gang nach dem anderen (natürlich in den perfekten Abständen und mit einer wunderbaren Weinbegleitung serviert von dem durchgängig charmanten Personal). Trotzdem ist das Lokal gemütlich, dynamisch und jung sowie Essen, Personal und alles einfach top.

Bevor ich jetzt aber mitten im Menü anfange muss ich ein bisschen weiter ausholen und ganz von vorne beginnen. Heute war auch hier im Restaurant Bad Saag ein besonderer Abend. Es gab ein toll abgestimmtes Olivenölmenü mit feinsten, sortenreinen Ölen aus Istrien. Diesmal persönlich anwesend – der Produzent dieser guten Tropfen, die wirklich nur in kleinen Mengen die Speisen verfeinern sollen. Er kommt aus Istrien und heißt Duilio Belica.

Im Zuge seiner Einleitung hat er uns auch verraten, dass er mit 25 Olivenbäumen begonnen hat und heute 4.500 Bäume reinster Sorten Oliven zu sinem Hain zählt. Daraus produziert er zwölf sensationelle Öle die mit 97 von 100 möglichen Punkten international ausgezeichnet wurden. An diesem Abend hab ich auch gelernt, dass man bei diesen „sortenreinen“ Ölen auch zwischen Cuvée und feinsten Geschmacksnuancen unterscheidet – so wie beim Wein. Diese wunderbaren Öle hat Hubert Wallner in ein degustiöses, mediterranes Menü verpackt. Veredelt werden die Gänge direkt am Tisch mit den feinen Olivenölen die man bitte wirklich nur als degustiöse Tropfen auf hochwertige Gericht zur Veredelung geben soll.

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Los ging unser Abend mit hausgemachtem Brot und Aufstrich mit Kärntner Schinkenspeck. Der Apero Happen in Form von gepufftem Amaranth mit rohem Fisch und „Schüttelbrot“ –  knusprige, hauchdünne Gebäckplattten mit Sesam begeisterte uns nicht nur durch die besondere Präsentation auf großen, weißen Kieselsteinen.

Den ersten Gang mit Spargel Weiß & Grün, Fenchel aus dem Salzteig und mariniert verfeinerte ein das native Olivenöl Extrá Cuvée.

Mein Lieblingsgang des Abends war die Wörthersee-Reinanke mit Paradeisern und Artischocken. Ganz rein und intensiv im Geschmack, in das Geschirr habe ich mich passenderweise auch gleich verliebt. Weiter ging das Istrien Olivenöl Menü mit Pulpo, dazu Avocado, schwarzer Quinoa und Brokkoli. Eigentlich ist Pulpo bei mir ja eher ein „geht nicht so gut“ Gericht, der war aber perfekt zubereitet, sehr lecker und wurde restlos verputzt.

Carlettos Favourit an diesem Abend war der Hauptgang in Form von Rinderfilet mit Petersilie und wildem Spargel dazu Puntarelle in verschiedenen Texturen und natürlich einmal mehr perfekt abgerundet durch das native Olivenöl Extra.

Natürlich gibt´s zu den Gängen neben dem abgestimmten Olivenöl auch den richtigen Wein serviert von der äußers charmanten Sommeliere Ines. Von ihr habe ich auch gelernt, dass es seit kurzem eine vierte anerkannte Weinfarbe in Form mit der Farbe „Orange“ gibt.

Das Schoko, Mango und Olivenöl gut zusammengehen haben wir ja schon in Wien im Steigenberger gelernt und wurden im See Restaurant Saag wieder überzeugt, dass lauwarme Schokolade mit Mango, Kakao Erde, Mousse und Coulis wunderbar mit einem herb würzigen Olivenöl harmonieren.

Beim Verabschieden hat mir der Küchechef noch sein Kochbuch „Die Besten Rezepte vom Wörthersee aus der Küche des Hubert Wallner“ in die Hand gedrückt. Ein gelungen gestalteter Küchenschmöker mit den schönsten Kreationen des Sternekochs und vielen Impressionen aus dem See Restaurant Saag. Seine persönliche Widmung „Viel Spaß beim Nachkochen und gutes Gelingen“ stellt mich jetzt vor eine neue Herausforderung – damit die Highclass Gerichte aus dem Buch auch so aussehen wie auf den Fotos im Buch muss ich wohl noch etwas üben…

Zum Ende hin gilt nur eines zu sagen – lieber Hubert Wallner – bitte lebe deine Philosophie hier am See so weiter und vor allem bitte bleib hier am Wörthersee. Der Ausspruch „manchmal liegt das Gute so nah“ hat für Jungeltern wie uns echtes Gewicht und Kärnten braucht solche tollen Locations unbedingt finden wir!

Wir kommen sicher wieder – ob mit oder ohne Olivenöl. Das war toller ein Abend auf höchstem kulinarischen Niveau und ohne eine einzige Kritik. Außerdem müssen wir ohnehin den Beach Club zu besuchen und mit Hubert Wallner eine Runde im Motorboot drehen…

.s. cookingCatrin

Vielen Dank an Hubert Wallner und sein Team für diesen wunderschönen Abend!