Ich freue mich euch heute ein Gastinterview mit einer Person präsentieren zu dürfen die uns die erste Zeit mit Matteo besonders intensiv begleitet hat: meine Hebamme – Kerstin Doujak.

Vorab muss ich euch (für alle die es noch nicht mitbekommen haben) erzählen, dass ich einen Kaiserschnitt hatte. Ihr denkt jetzt – warum brauchst du dann eine Hebamme? Stimmt – hatte ich auch gedacht bis ich am 2ten Tag nach der Geburt mit Matteo nachhause gegangen bin und mehr als 1 Million Fragen aufgetaucht sind. Nicht nur dafür ist die Begleitung einer Hebamme in der ersten Zeit mit dem Baby  beruhigend und hilfreich. Ich selbst wusste es auch nicht, das man als werdende Mami heute Anspruch auf bestimmte Hebammenstunden hat (die davon abhängigen wie lange der Krankenhausaufenthalt gedauert hat.)

Kerstin hat uns heute zum letzten Mal besucht – darum habe ich Sie zum Interview gebeten.

Bitte Kerstin, stell dich kurz meinen Lesern vor!

Als Hebamme bin ich seit 2010 im Bereich Vor- und Nachsorge, selten zur Wehenbegleitung bis zum guten Geburtsbefund zu Hause und als Kursleiterin für Beckenboden- und Rückbildungsgymnastik (mit und ohne Baby) in Kärnten tätig. Meine Erstausbildung liegt im Bereich Jazzgesang und Zusatzausbildungen im Bereich TCM- und Akupunktur sowie Omega Health Coaching (hier fließen viele Elemente wie Kinesiologie, Meridian- sowie Chakrenbalance und Tiefenentspannung ein).

Bitte erzähl uns kurz in welchen Situationen (werdende Mamas) sich bei dir melden können?

Im Bereich Vorsorge geht es um eine Ergänzung zur Schulmedizin. Um allfällige Fragen – die nach dem Arztbesuch offen bleiben- zu klären. Ängste und auch Beschwerden zu lindern und zu lösen. Manche Mamas melden sich bei Schwangerschaftsübelkeit, Unsicherheit über Zukunftsfragen, Fragen zur Vereinbarkeit von Beruf und Schwangerschaft, Rückenschmerzen, Harnverlust, Schwierigkeiten mit dem Beckenboden durch die Hormonumstellung.. Hier kommen Homöopathie, Anthroposophische Heilmittel, Kräuter, Traditionelle Chinesische Medizin mit Akupunktur  und das Omega Gesundheitscoaching zum Einsatz. Sie  sind Hilfestellungen – um die Selbstheilungskräfte des Körpers positiv zu entfachen!

In der  18.- 22. Schwangerschaftswoche gibt es nun die Möglichkeit eine einstündige Mutter-Kind-Pass Beratung in Anspruch zu nehmen, die Kosten hierfür werden von den Krankenkassen vollständig refundiert.

Zwischen 33. und 36. Schwangerschaftswoche unterstütze ich, immer wieder erfolgreich, Mamas und Babys mit Beckenendlage durch Homöopathieberatung, Moxen mit Beifußkrautzigarren und Akupunktur. Es ist jedesmal eine Riesenfreude wenn sich ein Baby in die Schädellage (Kopf nach unten) dreht und sich dadurch ein geplanter Kaiserschnitt erübrigt! In dieser Phase der Schwangerschaft ist auch eine tolle Unterstützung, durch Akupunktur – bei verstärkten Wassereinlagerungen in Händen und Beinen und erhöhtem Blutdruck,
möglich.

Das heißt Hebammen sind nicht Geburtsbegleiterinnen, sondern können Frauen schon in der Schwangerschaft begleiten? Was machst du dann vor der Geburt?

In der Geburtsvorbereitung geht es um alle Themen und Fragen rund um Schwangerschaft, die optimale Geburtsvorbereitung von Körper Geist und Seele und die SELBSTBESTIMMTE Geburt, ob Spontangeburt oder Kaiserschnitt.  Wir besprechen die Zeit danach: inklusive Stillen sowie Flaschennahrung und Rückbildung, sowie die gesamte große Umstellung für die ganze Familie und wie diese am besten zu meistern ist. Massagen und Tiefenentspannungsübungen werden immer wieder mit eingebaut.

Was zeichnet dich als (Wahl)Hebamme aus und auf was legst du besonders wert?

Ich lege viel Wert auf Stimme und Atmung und baue wesentliche Elemente in die Geburtsvorbereitung ein. Diese Vorbereitung biete ich einzeln in Form von 2 mal 2 oder 3 mal 2 Stunden für Mamas oder Paare an. So besteht die Möglichkeit ganz individuell zu gestalten und einen einmalig persönlichen Rahmen zu gewährleisten und zu schaffen. Die Geburtsvorbereitende Akupunktur ab der 36. SSW ist sehr empfehlenswert, die Frauen entspannen sich sehr gut dabei.Ich kombiniere gerne mit einer beginnenden Beckenblockadenlösungstherapie (einer
Akupunktmassage) und lege dann die individuell passende Kombination aus Akupunkturpunkten (mit Akupunkturnadeln) am Körper der Mama, welche 20 Minuten liegen bleiben, während Entspannungsmusik läuft.

Auch eine von mir angeleitete Tiefenentspannung mit positiven Affirmationen (Sätzen, Bildern usw.) über das bevorstehende Geburtsgeschehen (während dem die Akupunkturnadeln für 20 Minuten liegen bleiben), hat einen tollen Effekt. Durch die Anregung des Energieflusses und die Entspannung verankert sich bei der Mutter ein gutes Gefühl mit einem positiven Bild – als Vorbereitung auf die Geburt.

Was empfiehlst du Paaren oder Frauen für die Geburt?

Oft habe ich das Gefühl, die Frauen können, wenn sie gut vorbereitet sind, überall und mit allen Anwesenden ihre individuelle, selbstbestimmte Geburt erleben. Wichtig ist auch, daß die Partner die Interessen der Frau unter der Geburt wahrnehmen und durchsetzen. Die Mütter sind schließlich in einer Ausnahmesituation während der Wehen. Die Eltern sollen sich bewusst sein, dass die betreuenden Personen Dienstleister sind und so lange im Geburtsverlauf medizinisch alles in Ordnung ist, nur einzig und allein wichtig ist, was die Frau sich wünscht. Alle anderen Personen sollten gewährleisten, dass die Frau alles bekommt was Sie für die Geburt braucht, nur so können schmerzlindernde, körpereigene Endorphine zur Wirkung kommen. Die Geburt kann zu einem besonderen Erlebnis werden, eine ganz individuelleHerausforderung, an der die Frau und das Paar unglaublich wachsen können, wenn sie in Würde geschieht.

Wo finden die von dir begleiteten Geburten meistens statt?

Die meisten Frauen, die ich betreue gebären in einer Klinik oder im Villacher Gebärzimmer und ich bin für die Vor- und Nachsorge zuständig. Selten übernehme ich eine Vorbereitung zum guten Geburtsbefund, um die Mütter optimal in der Eröffnungsphase zu begleiten, damit sie zum rechten Zeitpunkt, gut motiviert in die Klinik fahren können und nicht zu früh. Es kam schon mal vor, daß eine Mama sich zu Hause so wohl gefühlt hat und nicht mehr fahren wollte, da Herztöne und Allgemeinzustand von Mama und Baby perfekt waren, durften wir bleiben und eine wundervolle Hausgeburt erleben.

Hast du dafür dann einen ganzen Krankenwagen mit oder wie darf ich mir das vorstellen?

Für diese Vorbereitungen, auch wenn ich sie selten mache, bin ich immer mit kompletten  Geburtskoffer ausgerüstet. Es kann schon mal schnell gehen, vor allem wenn die Frauen regelmäßig zur Akupunktur gekommen sind, gut entspannt sind und sich sehr wohl fühlen.

Wir haben uns ja nach meinem Kaiserschnitt erst kennengelernt, wo du unsere erste Zeit mit Matteo begleitet hast. Ich kann das sehr empfehlen – warum empfiehlst du eine Hebammenbegleitung in der ersten Zeit mit Neugeborenen?

Im Bereich Nachsorge begleite ich die Familien in der gesamten Umstellungsphase. Es gibt die Möglichkeit ambulant (innerhalb 24h) nach Hause zu gehen, dann hat die Familie täglichen Anspruch auf einen Hausbesuch. Bei vorzeitiger Entlassung am 3. Tag nach der Geburt oder bei Kaiserschnitt am 5. Tag nach der Geburt – hat die Familie ebenso Anspruch auf Hebammenbetreuung. Im Wochenbett, das 8 Wochen dauert, geht es um alle körperlichen und seelischen Themen. Um das Stillen oder Füttern, Gewichtskontrolle, Gelbsucht des Neugeborenen, Nabelpflege und Unterstützung der Heilung, Hautpflege, Unruhephasen des Neugeborenen, Bauchschmerzen, Trageberatung.

Dabei berate und behandle ich auch die Mamas um Pflege der Brust und Brustwarzen, Rückbildung der Gebärmutter, Pflege und Heilungsunterstützung einer eventuellen Geburtsverletzung oder einer Kaiserschnittnarbe. Bauchmassagen zur Förderung der Rückbildung, erste Beckenboden- und Rückbildungsgymnastik, Narbenentstörung. Ich helfe den Mams bei Stimmungsschwankungen durch Hormonumstellung (Babyblues), die Umstellung wenn Paare zu Eltern werden und  vieles, vieles mehr.. Auch hier sind Homöopathie, anthroposophische Medizin, TCM- und Akupunktur, Naturheilkunde und das Omega Coaching Gold wert, um so manchen Verlauf in die physiologische, gesunde Richtung zu lenken.

Wie geht es nach dieser Zeit weiter für die Frauen weiter?

Ab 8 Wochen nach der Geburt biete ich ein eigenes Konzept der Beckenboden- und Rückbildungsgymnastik für Mamas mit und ohne Baby an (Kurse und Einzeltraining). Hier fließen entscheidende Elemente aus Stimmbildung und Omega Gesundheitscoaching mit ein, selbst die Stimme und Gesichtsmuskulatur sind wie ein Spiegel mit dem Beckenboden verbunden. Wie wir uns halten, unsere Stimmgebung, Gestik und Mimik haben unmittelbaren Einfluss  auf den Spannungszustand unseres Beckenbodens.

Können sich Papas auch in schwierigen Phasen oder mit Fragen an dich wenden?

Ich begleite Familien das ganze erste Lebensjahr über bei Bedarf und bin für Fragen zum Thema Stillen und Zufüttern zuständig.  Mehr Infos und Erfahrungsberichte hierzu gibt es auf meiner Homepage – www.hebamme-kaernten.at. Besuchen, teilen und liken ist sehr erwünscht (lacht).

Kerstin – bitte verrate uns deine wichtigsten Tipps zum Umgang mit dem Neugeborenen und Säuglingen?

1. Geh auf die Bedürfnisse deines Kindes ein, im ersten Jahr gibt es kein Verwöhnen. Das Baby hat nicht nur Hunger, Durst, volle Windeln oder Bauchweh. Es kann Wachstumsschmerzen, Kopfschmerzen, Verarbeitung des Geburtserlebnisses, sich nach Nähe sehnen, Kälte empfinden und vieles mehr äußern. Sobald es spürt, dass du da bist und es versorgt wird, ist schon viel getan. Erinner dich daran,  dass das Kind neun Monate unter deinem Herzen getragen wurde, warum sollte es sich von heute auf morgen all zu lang alleine liegend wohl fühlen? Erfüllte Bedürfnisse verschwinden, unerfüllte bleiben, unter Umständen, ein Leben lang und prägen uns Menschen.

2. Wenn es möglich ist – versuche zu stillen und stille  ausschließlich. Bei guter Gewichtszunahme, empfiehlt die WHO nach wie vor ein alleiniges Stillen über 6 Monate, bevor du beginnst zuzufüttern. Und auch dann ist das Stillen für Mamas und Babys, so lange es individuell passt, das Beste. Es gibt hier keine Regeln.

Noch keinem Konzern ist es gelungen  zu allen Nähr- und Vitalstoffen, die das Baby braucht, die perfekt abgestimmte Kombination aus Immunglobulinen ,die dein Baby vor vielen Krankheiten schützen und Bifidusbakterien, welche die Darmflora  optimal aufbauen und schützen, zu entwickeln.  Muttermilch hat immer die perfekte Temperatur, bedarf keiner Kosten und kann und soll zur freien Verfügung angeboten werden. Sie bietet dem Baby und der Mama unzählige Stunden Hautkontakt und Nähe. Manchmal Bedarf es ein wenig Unterstützung und Hilfe sich ganz darauf einzulassen und es zu genießen. Da empfehle ich eine gute Hebammennachbertreuung und kontinuierliche Begleitung. Die Stillzeit kann zu einer der schönsten und bereichernsden Erfahrungen von Mutter und Kind werden, die ein Leben lang nachklingt, nicht nur gesundheitlich.

3. Die Haut der meisten Babys braucht nicht viel, vor allem nicht viel Chemie, Paraffin und Zink. Ein hochwertiges pflanzliches Öl, aus kontrolliert biologischem Anbau und eine milde Pflege ohne Paraffin und Zink, für Baby´s Windelbereich –  reichen in den meisten Fällen aus.

4. Auch wenn die Werbung dir vermitteln will, dass Feuchttücher zu den „Must Haves“ gehören: Verzichte beim Wickeln auf Feuchttücher. Diese haben unnötige chemische Inhaltsstoffe und können von ihrer Struktur her kleine Hautverletzungen im zarten Windelbereich fördern. Viel besser ist es den Windelbereich mit großen Babypflege Wattepads von guter Qualität (ohne Bleichstoffe) oder Waschlappen und lauwarmem Wasser zu reinigen. Verwende danach eine Stoffwindel zum sanften trockentupfen! Wenn das Baby nur Harn in der Windel hat, ist es nicht notwendig immer mit Wasser abzutupfen. Wasser nur sparsam verwenden – es kann den Säureschutzmantel der zarten Babyhaut angreifen.

5. Auf Flohmärkten, auch online,  gibt es oft tolle Bedarfsartikel für Babys  zu erwerben und das als zu einem mehr als günstigen Preis. Kleidung, Decken, Wiegenstoffe, Tragetücher oder Kinderwägen vor dem Gebrauch unbedingt lüften und mehrmals waschen, mit einem milden, hochwertigen, im besten Falle ökologischen Waschmittel.  Unbedingt auf Weichspüler verzichten, ein Schuß Apfelessig oder Waschbälle sind dafür ein guter Ersatz.

Ich wünsche euch allen die allerbeste und allerschönste Zeit mit eurem Baby und viel Gesundheit!

Vielen Dank für das Interview liebe Kerstin!

.s. cookingCatrin