Herbst in Südtitrol – Genuss rund um Bozen & am Ritten



Weingut Loacker – Wine Estates


Auf nach Bozen – auf zum Wein. Für uns geht es in Richtung Bozen, hoch über den Hügeln mit Aussicht auf die Landeshauptstadt Südtirols. Dort findet sich das Weingut Loacker. Der Name ist vielen bekannt – die berühmten gleichnamigen Kekse sind namensgebend für das Weingut. Der Besitzer der Keksfabrik hat sich mit dem biodynamischen Weingut einen Kindheitstraum erfüllt. Der Vater des heutigen Besitzers Rainer Loacker begann 1979 als Pionier in Südtirol mit biodynamischem Weinbau. Das Weingut liegt mitten im typischen Sankt Magdalena Hügel wo der typische Südtiroler St. Magdalena {Santa Magdalena} ein fruchtiger, regionaltypischer Rotwein aus Vernatschsorten, gewonnen wird. Sankt Magdalena wurde hier bereits im Mittelalter angebaut und ist als DOC Sorte ausgewiesen.

Nach einem Spaziergang durch die Weingärten verkosten wir mit Panoramablick und typischen Südtiroler Köstlichkeiten (Schüttelbrot, Bergkäse und würzigem Speck) die verschiedenen Weine. Dabei gibt es nicht nur Südtiroler Wein, sondern das Weingut Loacker ist der Hauptsitz von insgesamt drei Weingütern. Eines in Südtirol, zwei weitere in der Toskana {davon eines in der Maremma}. Wir verkosten uns durch klassische Weiss- und Rotweine und ich muss sagen, ich bin eigentlich kein Rotweinfan aber die fruchtige Leichtigkeit des St. Magdalena schmeckt auch mir besonders gut.

Im Weingut Loacker kann man tolle Verkostungen buchen, einen Einblick in die Welt des biologischen Weinbaus im Einklang mit der Natur bekommen und dabei den Blick über das Bozner Becken und die Weinberge genießen.

Mehr Infos: www.loacker.bio


Der Patscheiderhof


Für uns geht es weiter hinauf auf den Berg – dem so genannten Ritten, als Bozner Hausberg bekannt. Dieser liegt im kleinen Dorf Signat der traditionelle Patscheiderhof und wurde uns bereits vor unserer Südtirol Reise empfohlen.

Bereits seit 100 Jahren betreibt Familie Rottensteiner {sehr herzlich} den alten Erbhof. Die gesamte Familie hilft zusammen und kreiert moderne Varianten der klassischen Südtiroler Küche. Mit einem Ausblick, der es in sich hat, genießen wir eine bunte Auswahl an Südtiroler Köstlichkeiten wie Kasknödel, Spinatknödel, Rote-Rüben-Knödel und die berühmten „Schlutzer“, knuspriges Schüttelbrot und Hauswein bei herrlichstem Sonnenschein. Hier lässt es sich aushalten. Für mich besonders faszinierend: die Landschaft mit den vielen Kirchen und kleinen Dörfern mitten in den Bergen.

Sonnenterassen-Genuss: Neben den riesigen Kastanienbäumen, den „Keschten“, wie die Südtiroler sagen, könnte es nicht schöner sein. Ende Oktober, kurzärmelig, da die Sonne vom Himmel lacht, lassen wir die Seele baumeln und Carletto probiert die traditionelle Kastanientorte – einmal verkehrt herum mit Kastanien im Teig und einer leichten Schlagoberscreme. Ob ich dieses Rezept noch erfahre, ein Familiengeheimnis – nachgefragt hätte ich. Neben der Terrasse muss auch die uralte Stube im Patscheiderhof hervorgehoben werden. 300 Jahre Geschichte zeichnet die traditionelle Bauernstube, die mit dem Bett über dem Kamin heute als Gastzimmer an kalten Tagen und über die Wintermonate dient. Prädikat: keine Südtirol-Reise ohne Besuch beim Patscheiderhof.

Wir bedanken uns ganz besonders für den schönen Nachmittag, die Mini-Auszeit am Berg mit extra Vitamin D-Kick und für die herzliche Bewirtung.

Mehr Infos: www.patscheider-hof.com


Waldhotel Tann in Südtirol


Noch weiter hinauf auf den Berg, mitten in den Wald. Hier ist der Name Programm.

Tann – der Begriff steht eigentlich für die Waldlichtung wo das gleichnamige Hotel steht. Ein besonderer Platz wo sich rundum Kühe auf der Weide tummeln. Hier findet man absolute Ruhe. Das einzige was zu hören ist sind morgens die Glocken der Kühe.

Das kleine aber feine, modern ausgedrückt würde man „Concept-Hotel“ sagen, steht für Wald pur. Ob Waldkulinarik, Waldwelt, Interior oder Spa – alles dreht sich um den Wald und was man darin findet. Nach einem Begrüßungsdrink an der Waldbar – mit Tannenwasser {sehr spannender Geschmack!} erleben wir das auf 1.500 Höhenmetern gelegene Hotel als puren Luxus. Das Konzept ist dabei nicht aufgezwungen oder man will sich hier durch Dinge abheben, sondern schlüssig umgesetzt. Eigentlich wollen wir jetzt einfach nur bleiben und uns entspannen. Für mich als Foodblogger eine kleine Herausforderung – das Netz – aber wir sind im Wald und so war Online einmal Nebensache. Dieser Fakt trug wesentlich zu meiner Entspannung bei. Die herzliche Gastgeberfamilie sorgt für 100% Naturfeeling und kümmert sich persönlich um die Gäste. Kleine aber feine Details tragen zum schlüssigen Gesamt-Walderlebnis bei. Highlight für mich: die Waldküche.


good morning Südtirol – Waldkulinarik


Diese beginnt bereits beim Frühstück im Hotel Tann in Südtirol: sämtliches Brot wird hier selbstgebacken und das im Saunabrotbackofen, den wir später auch besuchen werden. Liebevoll angerichtet immer mit Waldbezug ist alles hier selbstgemacht und nochmal mit einem Extradetail versehen. Ob Waldgranola, Lindenblütenhonig, Marmeladen, selbstgemachten Sirups aus Waldzutaten. Diese Küche hier ist außergewöhnlich und wird mir lange in Erinnerung bleiben. Individuell und doch besonders, nicht riesig aber ein absolutes Erlebnis. Schon das Frühstücksbuffet ist sicher seit langem eines der tollsten Frühstücksbuffets, die ich je gesehen habe. Wir genießen noch ein wenig Ausblick und Waldspa und springen in den Pool, bevor es für uns weiter zum Törggelen-Abend geht.

Unser Abendausklang und letzter Urlaubstag in Südtirol findet im Hotel Tann statt: es ist italienischer Abend – Waldküchenchefinnen brauchen auch einmal eine Auszeit. Das was wir hier genossen haben ist eine Hammerküche – ehrlicherweise waren wir schon nach den Antipasti satt – haben es aber bis zum Schluss geschafft und genossen.

Wir danken für die besondere Zeit und tollen Gespräche, die wir im Hotel Tann erleben durften. Für uns als erfahrende Reisende – ein außergewöhnlicher Platz, den ich Ruhesuchenden voll und ganz ans Herz legen kann. Mutter Natur schreibt die Einkaufsliste, der Wald liefert die Aromen und Chefin Barbara veredelt diese zu feinen Kreationen. Das schmeckt und fühlt man.

Mehr Infos: www.tann.it

Brotbackfans aufgepasst: wer es selbst ausprobieren mag, Barbara teilt auch einige ihrer Brotrezepte auf der Seite: www.tann.it/fileadmin/user_upload/PDF/Brotrezepte.pdf


Südtirol und Törggelen


Törggelen ist wohl eines der berühmtesten Wörter, die man sofort mit Südtirol verbindet. Törggelen steht für den Süditroler Brauch den ersten jungen Wein {Nuier, auf Südtirolerisch} zu trinken und dabei ein deftiges Törggelen Mahl zu essen. Traditionell gehört dazu ein wärmender Gersteneintopf – eine „Gerstsuppe“, eine deftige Schlachtplatte mit Blutwurst, gekochtem Speck (Surfleisch hier genannt), Würsteln und Kraut. Anschließend isst man süße Südtiroler „Krapfen“ {Kirchtagkrapfen} und dann geröstete „Keschten“ – heiße Kastanien aus dem Ofen. So ein traditionelles Törggelen-Menü haben wir dann auch in einer traditionellen Törggelen-Stube im „Gostnerhof Barbian“ genossen.

Typisch einfach, eben ganz traditionell geht es hier zu. Gegessen wird beim Törggelen deftig und auch viel – sodass auch wir hier mehr als satt nach Hause gehen. Vorher kommen wir aber noch intensiv mit den Gastgebern ins Gespräch – sie erzählen uns viel über ihre Heimat, über die vielen Traditionen, die in Südtirol besonders hochgehalten werden.


Das Sarntal in Südtirol – Schokoladenfabrik


Das Südtiroler Sarntal – gelegen in der Mitte Südtirols ist einer der unberührtesten und ursprünglichsten Gegenden Südtirols. Faszinierende, unberührte Natur und besonders hier wird Tradition und ursprüngliches Handwerk gelebt. Wir besuchen den Ort Sarnthein und eine ganz besonders süße Manufaktur. Hier wird Schokolade gemacht. Feinste Kreationen und Naschereien für besondere Momente. Für uns spannend, da wir die Herstellung von Schokolade noch nie Schritt für Schritt miterlebt haben. Familie Oberhöller, ehemals eine Konditorfamilie, fertigt in einer kleinen Manufaktur von der Schokotafel bis zur Praline – hier sind Naschkatzen im echten Paradies. Handmade – alles von Familienhand gemacht: von der Schokoladenherstellung bis zu den handgefalteten Verpackungen – hier helfen alle zusammen. Mein persönlicher Hit: die Bruchschokolade mit Extra vielen Nüssen und auch die feine Pistaziencreme. Gut, dass wir hier nur kurz zu Besuch sind. Südtirol pur: die Latschenkieferschokolade aus der Sarner Latsche.

Mehr Infos: www.oberhoeller.com

Im Sarntal bei einem Spaziergang durch die Ortschaft Sarnthein entdecken wir allerhand Traditionelles. Die Sarner gelten als besonders handwerksbegabt. Unter anderem gehört dazu die typische Sarntaler Federkielstickerei. Seit Generationen wird das Handwerk gepflegt. Stich für Stich entstehen wunderschöne Unikate aus Leder. Sehr wertvolle Stücke – da die Arbeit sehr aufwändig ist. Berühmt sind vor allem die Südtiroler Federkielstickerei-Gürtel, die dort zur traditionellen Tracht getragen werden.


Mittagessen im Sarntal – Restaurant Höllriegl


Unser gemeinsamer Ausflug, wo uns die Südtirol Experten Dagmar und Norman, die uns ins Sarntal begleitet haben, endet im ausgezeichneten Restaurant Höllriegl. Dort verkosten wir einmal mehr verschiedene typische Südtiroler Gerichte. Da darf nicht fehlen – die typische Speckknödel-Suppe. Letztere werden gerne in der Suppe oder mit Kraut oder Krautsalat gegessen. Einmal mehr genießen wir feine Südtiroler Spinatknödel und plauschen dabei darüber, dass Spinat in Südtirol eine wichtige Rolle spielt. Ob in Knödeln oder in den Schlutzer (typische Schultzkrapfen), findet sich die Zutat immer wieder. Wir lassen unseren Lunch noch süß mit Mohnparfait und Apfeleis ausklingen, bevor es für uns zu einem weiteren, spannenden Termin geht.

Mehr Infos: www.hoellriegl.com

Zu unserem Rezept für Speckknödel.


Südtiroler Bergapfelsaft


Südtirol ist das Apfelland schlechthin. Die zahlreichen Apfelgärten, die sich in ganz Südtirol finden sind typisch für die Region. Wieder zurück auf dem Ritten sind wir zu einer besonderen Verkostung geladen. Wir verkosten Bergapfelsaft? Üblicherweise verkostet man ja nur Wein? Nicht so bei Kohl, dem Bergapfelsafthersteller aus Südtirol, der dem Apfelsaft die Wertschätzung entgegenbringt wie sie man sie eigentlich nur vom Wein kennt. Nicht die Äpfel, die sich nicht als Tafelware eignen werden zu Saft gepresst, sondern die pure, beste Frucht mit ihrem vollen Geschmack ins Glas gebracht. Ein vorsichtiger Prozess, der den Bergapfelsaft vom Ritten zum feinen, alkoholfreien Speisebegleiter macht. Stilvoll serviert im Stielglas, gekühlt zwischen 8 und 12 Grad und natürlich pur.

So kosten wir uns durch das Sortiment und merken schnell: Apfelsaft ist hier absolut nicht gleich Apfelsaft. Im Gegenteil – wie ein guter Wein kommen beim bewussten Verkosten feine Aromen, ein unterschiedliches Säurespiel. Apfelsaft in einer neuen Dimension stellen wir zu Recht fest und verstehen, dass diese als Alternativen zum Wein und zum hochwertigen Trinkgenuss eingesetzt werden. Neben den puren, sortenreinen Abfüllungen gibt es auch Kombinationen, die so genannten Essenzen wie Karotte, Bergminze (durch Anreichern) oder auch Hopfen oder Holunder und einige mehr. Besonders außergewöhnlich für mich – der Rouge, also roter Apfelsaft aus dem rotfleischigen gleichnamigen Apfel.

Ebenso außergewöhnlich: die Grand Cru Flaschen. Damit huldigt man besondere, alte Apfelsorten wie die Ananansrenette und die Sorte Wintercalville. Letztere Sorte war derart beliebt, dass sie es bis an den Zarenhof nach Russland schaffte. Die fast vergessene Sorte ist durch ihre besondere Füllung und Gestaltung nicht nur ein tolles Geschenk, sondern auch feinste Ware am Gaumen und in der Hand.

Vielen herzlichen Dank für die spannenden Einblicke in das Thema Apfelsaft.

Mehr Infos: www.kohl.bz.it