Wer kennt sie nicht – die Urlaubssehnsucht? Gerade jetzt am Jahresbeginn sehnen wir uns danach wegzufahren. Für alle, die jetzt aber noch nicht loskommen, und um euch die Zeit bis zur nächsten Reise zu verkürzen, stellen wir euch heute fünf tolle Bücher mit lässigen Rezepten gegen Fernweh vor. Vom hohen Norden Europas bis hinunter in den Süden machen wir einen kulinarischen Querschnitt durch Europa.

Wir starten unsere Reise in Skandinavien. Trine Hahnemann stellt in ihrem Buch Skandinavisch kochen: 100 Wohlfühlgerichte {erschienen im EMF Verlag} 100 ihrer besten Gerichte aus dem Norden vor. Bei ihren Wohlfühlrezepten hält sie immer am skandinavischen Glücksprinzip Hygge fest. Aktuell ist dieses Gemütlichkeitsgefühl, das tief in der skandinavischen Kultur verwurzelt ist, aber auch bei uns voll im Trend. Hygge bedeutet das beste aus allem zu machen und eine entspannte, heimische Atmosphäre zu schaffen. Für die richtige Portion Hygge spielt bei Trine Hahnemann gutes Essen eine wichtige Rolle – natürlich in bester Gesellschaft. Ob ein Frühstück mit der ganzen Familie, Kochen mit Freunden oder wichtige Feste im Jahr. So gibt sie Rezeptvorschläge für einen Buchweizensalat mit Gemüse, Fischrikadellen, einer Kartoffelsuppe, oder Fischsuppe. Besonders Fisch spielt in der skandinavischen Küche wegen der an der Küste gelegenen Länder eine große Rolle. Für Naschkatzen lassen sie auch Süßspeisen wie Mohnschnecken oder eine Baisertorte finden.
Unsere Highlights aus dem Buch sind unter anderem Snitter. Sie sind vergleichbar mit belegten Brötchen der besonderen Art. Snitter sind unkompliziert zu machen und eignen sich für informelle Abendessen für zwei oder eine größere Gesellschaft sowie zum Aufbrauchen übrig gebliebener Reste. Beim Belegen der Snitter sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Rind und Pickels, gebratene Zwiebeln oder Schweinebraten und Apfelsalat sind nur einige Vorschläge von Trine Hahnemann. Auch der klassische Kartoffelsalat nach skandinavischer Art oder die Dinkelfocaccia haben uns besonders gut gefallen.

Zur italienischen Küche türmen sich die Kochbücher. Blickt man auf die andere Seite der Adria, schaut es mager aus: Die Küche Kroatiens ist auf dem Buchmarkt so gut wie nicht vorhanden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie mit einem schlechten Image kämpft. Die meisten denken nämlich bei kroatischer Küche an Ćevapčići und andere herzhafte Fleischgerichte – damit erschöpft sich für einen Großteil der Menschen die Küche des Mittelmeerlandes. Ino Kuvačić zeigt uns nun in Die echte kroatische Küche: Über 90 landestypische Rezepte {erschienen im Südwest Verlag} mehr als 90 landestypische Rezepte, die nicht nur auf Fleisch basieren. Auch Gemüseliebhaber kommen bei diesem Buch auf ihre Kosten. Das Buch beginnt sogar mit einem ganzen Kapitel rein über Gemüse – so haben es uns die Gemüselaibchen besonders angetan. Aber auch die Ziegenkäsecrepes oder der Mandelkuchen aus Makarska gefallen uns besonders.
Neben den vielen Rezepten klärt uns Ino Kuvačić auch über die kroatische Kultur auf und zeigt uns beeindruckende Küstenlandschaften mit klarem Meerwasser. Das in vier Kapitel aufgeteilte Kochbuch liefert eine breit gefächerte Auswahl an Gerichten, die von deftigen bis ausgefalleneren Speisen für jeden Geschmack etwas bietet. Auch Fischgerichte, wie eine Fischsuppe oder Nachspeisen wie ein kroatischer Apfelkuchen oder Pfannkuchen lassen sich finden.
Volim te – oder anders gesagt: eine Liebeserklärung an die kroatische Küche, die zum Genießen einlädt.

Unsere Reise geht weiter nach Spanien. Geschieben von Margit Kunze und herausgegeben von Katharina Seiser zeigt uns Spanien vegetarisch {erschienen im Brandstätter Verlag} Spaniens beste vegetarische Gerichte – und das obwohl die meisten wohl eher Chorizo, Paella und mit Fleisch gefüllte Tapas mit Spaniens Küche assoziieren. Aufgrund des Klimas stehen aber frisches Obst und Gemüse fast das ganze Jahr über zur Verfügung, und dieses wird auch oft in den Rezepten verwendet. So kommen gerne Gerichte, wie ein Kichererbsensalat mit Zucchini oder verschiedene Hummussorten auf den Teller. Auch ein Kaffeegranité ist zu finden. Kaffee gehört nämlich zur spanische Lebensart.
Die Rezepte werden in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter eingeteilt. Daneben gibt es noch das Kapitel mit Gerichten zu Jederzeit. Zu jedem Rezept, dessen Name sowohl auf Deutsch, als auch auf Spanisch angeführt wird, gibt es einen kurzen Einleitungstext, was uns besonders gut gefällt.
Die Highlights aus diesem Buch sind für uns Berenjenas califales (ausgebackene Auberginen für den Klaifen), die eine Geschmackskombination aus süß und herzhaft darstellen, der valencianische Klassiker Buñuelos de calabaza (Kürbiskrapfen) und die Crema catalana (katalanische Creme), die gern zu Ehren des Heiligen Josef gegessen wird.

Spaniens Nachbar Portugal hat kulinarisch ebenfalls einiges zu bieten. Da es momentan als Reiseland en vogue ist, wundert es nicht, wenn langsam die portugiesische Küche auch hierzulande etwas bekannter wird. So facettenreich wie die Hauptstadt Lissabon selbst ist auch ihre Küche. Rebecca Seal gibt uns in Lissabon: Rezepte aus dem Herzen Portugals {erschienen im Dorling Kindersley Verlag} neben Empfehlungen an Orte, die sich lohnen zu besuchen natürlich auch einen Einblick in die Kochtöpfe Lissabons.
Eines unserer favorisierten Rezepte ist das leichte Gaspacho, von dem eine kühle Schale an einem heißen Sommertag ein echter Retter in Lissabon sein kann. Das Gericht, das man auch aus der spanischen Küche kennt, variiert in der portugiesischen Variante jedoch etwas. So wird man im portugiesischen Gaspacho beispielsweise keine Zwiebel finden. Gelegentlich wird auch etwas Brot mitpüriert. Sehr spannend sind auch die Brik-Teigtaschen. Brik, das aus der nordafrikanischen Küche stammt und aus extra dünnem Teig hergestellt wird, ist ein Beispiel dafür, wie frühere Handelsrouten bis heute Einfluss auf die Küche Portugals haben. Wer die Technik zur Brik-Herstellung einmal beherrscht, kann die Teigtaschen auf jede erdenkliche Art, jedem Geschmack entsprechend füllen. Ein weiteres Rezept, das uns sehr gefällt, ist der Portulaksalat mit Pfirsichen. Portulak wird manchmal als Unkraut gesehen. Dabei ist die fein säuerliche Pflanze eine lässige Alternative zu den sonst üblichen Salatsorten.
Zum Nachtisch empfiehlt uns Rebecca Seal unter anderem die vielleicht portugiesischste aller portugiesischen Spezialitäten – Pastéis de nata, oder Puddingtörtchen. Ausklingen lässt sich der Tag mit einer erfrischenden Sangria, die in Portugal genauso beliebt, wie in Spanien jedoch um einiges süßer ist, und gerne auf Straßenfesten getrunken wird.

Zu guter Letzt nimmt uns Nicolas Stromboni mit Korsika Kochbuch: Korsika – Das Kochbuch. Authentisch – einfach – echt. {erschienen im Christian Verlag} mit auf eine Reise durch seine Heimat. Dieses Buch ist aber viel mehr, als nur ein Kochbuch, denn man findet neben 80 köstlichen Rezepten viele andere tolle Informationen. So erfährt man in diesem Buch einiges über die korsische Wein- und Esskultur, macht Streifzüge durch die Natur Korsikas und findet Potraits von Menschen, die sich um die traditionelle korsische Küche kümmern. Das Land mit seinen abgeschiedenen Berghöfen hat die Menschen und deren Nahrung stark geprägt und so wird viel auf die Produktvielfalt des Landes eingegangen. Sogar eine kleine Übersicht über korsisches Vokabular ist im Buch etwas weiter hinten vermerkt. Damit gleicht es fast einem kulinarischen Reiseführer und stellt eine tolle Geschenksidee für Reisefans dar. Inhaltlich sind neben Fleischgerichten Teigtaschen ein großes Thema, aber auch Käse. Uns haben besonders Migliacci mit vuletta – also korsische Käseküchlein – gefallen. Auch der Fiadone ist eines unserer Highlights. Anders, als der bei uns bekannte Cheesecake wird der klassisch-korsische Käsekuchen ohne Boden und aus Frischkäse aus Schaf- oder Ziegenmilch hergestellt. Da Korsika eine Insel ist, spielt auch Fisch in der Küche Korsikas eine nicht unbedeutende Rolle. Fischtatar gibt es beispielsweise in vielen Varianten. Das Tatarrezept von der Dorade ist mit seiner Komposition aus grünen Oliven, Zitronen und Fenchel besonders harmonisch und ansprechend.
Kulinarisch gesehen, ist Korsika auf jeden Fall einen Besuch wert.