Pressereise


Belissima Italia: Milano e Riso Gallo


Unsere Reise zu Riso Gallo…

Wer uns kennt, oder besser gesagt öfter einmal hier bei uns vorbeischaut und ein bisserl mitliest, der weiß – wir lieben Österreich, sind aus ganzem Herzen gerne hier daheim und lieben die hiesige Küche, wie nicht nur unsere Kochbücher, sondern auch die Mehrheit der Rezepte hier beweisen! Carlettos und mein Herz hängen aber mindestens genauso an Italien! Wir sinnieren und träumen oft davon, dort zu leben und {fast} jeder Ausflug, der sich irgendwie ausgeht, geht nach „bella Italia“. Nicht umsonst, denn wo sonst als in Italien dreht sich vieles, wenn nicht alles, um gutes Essen, Vino, gemütliches Beisammensein, die Familie und eben den Genuss an sich. Eine Philosophie, der wir nur zustimmen können – deshalb nicht umsonst auch mein Motto: „Mangia bene, ridi spesso, ama molto“ – was so viel heißt wie: Iss gut, lache oft und liebe viel. Selbiges bringt mich auch schon direkt mitten in die vergangene Reise. Ein Wochenende in Robbio, Novara und Mailand, das diesem Motto mehr als entsprochen hat. Gutes Essen, tolle Geschichten, Gespräche, Menschen und eine beeindruckende Firma genauso wie viel Lachen, Aperitivo und das Wiedersehen oder Kennenlernen lieber Menschen.


Aufregende Reise nach Robbio


Los ging alles ziemlich turbulent! Also beginnen wir einmal ganz von vorne und das ist Freitag früh, voller Vorfreude auf das Wochenende in Milano. 4:40 Uhr, bereits am Flughafen, müde, erst ein Kaffee {um diese Uhrzeit kann man ja nicht genügend Koffein intus haben} – und ein gestrichener Flug. Kurzzeitig stand unser ganzes Genusswochenende, auf das wir uns so lange gefreut haben, zur Debatte und wir standen fassungslos vor der „Flight cancelled“ Tafel. Den nächsten Teil überspringe ich jetzt 😉 Um 5.00 Uhr saßen wir im Auto, überrascht von der Situation, fünfeinhalb Stunden entfernt von unserem Ziel, aber fest entschlossen. Auf, auf nach Italien! Fünf {ungelogen, wirklich fünf!} Espressi und fünf Stunden später sitzen wir am sonnigen Hauptplatz des Dörfchens Robbio, einer Gemeinde in der Provinz Pavia in der Lombardai. Angekommen, kurz überlegt, noch einen Espresso zu trinken, natürlich gemacht, diesmal aber mit einem „Cornetto“ {nein, kein Eis, sondern ein Kipferl mit Schokofüllung} sitzen wir da, mitten in Italien in einem unaufgeregten, kleinen, traditionell-italienischen Dorf. Was wir dort machen – wir dürfen einen Blick hinter die Kulissen der ältesten italienischen Reisfabrikanten werfen. Und sind in Robbio, um die Traditionsmarke „Riso Gallo“ zu besuchen, die mitten im kleinen Dorf ihren Hauptsitz hat.


Zu Besuch bei Riso Gallo


Seit dem 15. Jahrhundert wird in der Po-Ebene Reis angebaut. Zwischen Novara, Vercelli und Pavia befindet sich eines der größten Reisanbaugebiete und eben auch der älteste Reisproduzent Italiens. Der Reishersteller ist mitten im Ort Robbio und Hauptsitz des Familienunternehmens. Dort ist der berühmte Hahn viel mehr als nur ein Symbol auf einer Reispackung. Er ist die Figur der Familie Preve, die in sechster Generation Inhaber und federführende Reismarke Italiens ist. Nicht umsonst, denn Qualität und Geschmack sind oberste Kriterien. Warum ein Hahn dafür verantwortlich ist, erklärt uns Carlo Preve, der Chef des Familienunternehmens, kurze Zeit später beim gemeinsamen Lunch. Die Reisfirma, welche die beiden Familien Frugone und Preve etablierten, saß ursprünglich in Genua. Aus wirtschaftlichen Gründen wanderten viele Italiener nach Südamerika aus, sodass aufgrund der hohen Nachfrage ein Firmensitz in Argentinien eröffnet wurde. Der dort weit verbreitete Analphabetismus brachte die Idee hervor, die unterschiedlichen Reissorten mit Tier-Symbolen zu kennzeichnen. Neben Giraffe, Tiger, Adler und Elefant stand der Hahn stets für die beste Reissorte und wurde später zum Symbol der Firma, die für höchste Standards und Qualität steht: Riso Gallo {italienisch für „Hahn Reis“} war geboren.


Traditionsmarke


Später trennen sich die Familien und Familie Preve führte das Unternehmen fort. Heute, nach fast 160 Jahren Reisgeschichte ist „Riso Gallo“ die Firma für herausragende Qualität und Marktführer für Risotto. Während wir gemeinsam zu Mittag essen, erzählt uns der charismatische Chef über die unterschiedlichsten Sorten Reis: schwarzer und roter Reis beeindrucken uns am meisten! Diese landen gleich kreativ und köstlich auf unseren Tellern. Die rote Reissorte verkosten wir in Form von Kichererbsen-Reisbällchen mit einem cremigen Mayonnaise-Dip. Der schwarze Reis wird mit Meeresfrüchten in einer Tomate {die, kreativ interpretiert, nur mehr aus Tomatengelee besteht und mit Mozzarella gefüllt ist} zum Hingucker am Teller. Weiter geht es mit dem Klassiker schlechthin, zubereitet mit dem hauseigenen Premiumprodukt: dem „Gran Riserva Carnaroli“, einer Reissorte, die nord-östlich von Pavia wächst und ein Jahr gelagert wird, um seinen vollen Geschmack auszureifen. Er bildet die Basis für das herrliche Steinpilzrisotto, stilecht serviert. Den süßen Abschluss unseres gemeinsamen Lunchs mit Carlo Preve, der sehr gut Deutsch spricht, ist ein Kürbismousse auf einem Milchreis mit knusprigen Crumbles. Wir sind wirklich satt und freuen uns jetzt auf den Spaziergang durch die heiligen Hallen von Riso Gallo.


Qualitätsanspruch der ältesten Reismarke


Bevor wir uns die „Hamburger Maschinen“, die seit Jahren das wertvolle Korn von der Schale trennen, ansehen, geht es aber noch in den Einkauf. Dort wird gerade live verhandelt und gewogen. Ein Bauer bringt seine Proben, die dort von Ihrer Schale getrennt, gesiebt und gewogen werden. Die Qualität des Reises bestimmt sein Anteil an Bruchkorn. Je weniger, desto besser. Gute Qualität bedeutet um die 60 % Kornanteil. Wir bekommen live mit, wie verhandelt wird. In diesem Fall lehnt der Einkäufer von Riso Gallo ab und der Bauer muss anderswo seine Ware anbringen. Die Qualität hat nicht gestimmt und diese hat hier oberste Priorität! Wird nach der Probe gekauft, kommt es zum Vertrag und der Bauer darf liefern. Sein Wagen bleibt aber so lange vor der Fabrik, bis der Qualitätstest die Ware als tauglich bestimmt. Erst dann darf dieser abladen.

Nach der Führung durch die Produktion geht es für uns in die Entwicklung, denn natürlich hat auch dieses Traditionsunternehmen eine Testküche, wo täglich die Qualität der Produkte getestet wird, wie auch eine „Entwicklungsabteilung“. Hier entstehen kreative Ideen zu den neuen Sortenmixturen „Reis und Korn“ sowie auch zu den trendigen Subprodukten, die aus dem Bruch entstehen. Dazu gehört Reismilch, Puffreis und eine neue Bio Linie sowie Pastaprodukte aus Reis und damit glutenfreie Pastasorten. Nach der spannenden Führung geht es für uns noch auf die beeindruckenden gelben Reisfelder, die wir kurz vor der Ernte besichtigen. Dass hier das Wasser der Alpen im Frühling als See auf dem Reisfeld steht, kann man sich {fast} nicht vorstellen. Das müssen wir uns im Frühling noch einmal live ansehen, beschließen wir, als wir uns von Carlo und Nicoletta verabschieden und in Richtung Novara fahren.

Dort gibt es für uns Aperitivo – so lange habe ich mich darauf gefreut! Carletto erzählte schon so oft vom „berühmten“ Mailänder Aperitivo. Man bestellt Getränke zu einem teureren Preis und kann dafür nach Lust und Laune vom bereitgestellten Aperitivo-Buffet wählen. Dort finden sich Häppchen, italienische Jause, Oliven, Brote, Pizzastücke und vieles mehr. Entweder nascht man nur und geht dann zum Dinner oder man „spritzt“ dieses zu gut österreichisch, trinkt Sprizz Aperol, Weißwein, Prosecco oder Campari Sour und lässt sich die guten Happen schmecken, bevor man müde ins Bett fällt.

Für uns geht es am nächsten Tag weiter nach Mailand. Modestadt! Ich freu mich sehr darauf – Carletto hat dort gewohnt, kennt sich aus und wir düsen in die Metropole! Dort angekommen geht es sofort zu Fuß ein paar Meter zum Duomo. Weltberühmt steht er neben der „Galleria“. Die {fast} ebenso berühmte Einkaufsmaile „Galleria Vittorio Emanuela II“ war quasi das erste Einkaufszentrum der Welt. Seit 1880 steht die 47 Meter hohe Kuppel über der Passage, die Luxusmarken beheimatet. So muss man heute ein paar Euro mehr mitbringen, um in der Galeria zu shoppen.


Must See in Mailand


  • La Rinascente: der coolste Departement Store der Stadt beheimatet {Luxus}marken aus den Bereichen Mode, Haushalt und Kosmetik. Der Ausblick vom Restaurant am Dach ist beeindruckend.
  • Aperitivo! Berühmt in Mailand – direkt nach der Arbeit in die Aperitivo Bar! Insidertipp: Aperitivo in der Martini Bar bei Dolce und Gabbbana. Inklusive DJ, tollen Weinen und Austern bei teureren Flaschen Wein.
  • SHOPPING: je nach Geldbeutel überall möglich! Tipp: leeren Koffer mitnehmen, denn spätestens nach ein paar Minuten in der Stadt mit den vielen „Fashion Victims“ braucht man ein Trendteil oder bekommt dringend Lust auf Einkaufen!
  • Castello Sforzeso: die mittelalterliche Burg
  • Die historische Straßenbahn: einsteigen und mitfahren
  • Die Scala: besichtigen – oder für Kulturbegeisterte: besuchen!

Am besten wäre ich verrate euch nicht, dass wir ewig beim Aperitivo saßen und nicht nur einmal die Austern bekommen haben…

Milano – ci rivedremo! – Wir sehen uns wieder!