Wenn es draußen wieder kalt und dunkel wird, wärmen wir uns am liebsten zu Hause auf der Couch, machen DVD-Abende oder laden Freundinnen zum Tratschen ein. Was dabei natürlich nicht fehlen darf ist Süßes – und am besten selbstgemachtes süßes Backwerk. Damit es nicht eintönig bleibt, stellen wir euch diesmal Bücher mit den besten Kreationen rund um die Welt vor.

Beginnen wir in Österreich. Eveline Wild, Konditorweltmeisterin und bekannt aus diversen TV-Sendungen, stellt in ihrem dritten Kochbuch Wild backen mit Früchten {erschienen im Pichler Verlag} süße Verführungen vor. Von traditionellen österreichischen Mehlspeisen, wie Apfelstrudel, über etwas exotischere Kreationen, wie eine Passionsfruchttarte, ist alles vorhanden. Dabei legt sie ihren Fokus auf Früchte – und zwar einmal quer durch den Obstgarten. Für jede Jahreszeit sind Rezepte mit saisonalen Obst zu finden. Alle möglichen Fruchtsorten werden zu Torten, kleinen Küchlein, Tartes oder Schnitten verarbeitet und so ist mit Sicherheit auch für jeden Geschmack etwas dabei.
Das Buch richtet sich jedoch nicht wirklich an Einsteiger, denn die Rezepte sind teilweise anspruchsvoll und aufwendig. So weist die Autroin auch im Vorwort darauf hin zu bedenken, dass sie selbst ihr Handwerk seit mehr als 20 Jahren verfeinere. Wer sich aber mit dem Backen etwas auskennt und dies gerne tut, kommt sicher auf seine Kosten. Und sie gibt auch wichtige Profitricks und Tipps, damit die Rezepte zu Hause beim Nachkochen leichter gelingen können.
Ein echter Bonus in diesem Buch ist die Rubrik „Haltbarmachen“. Welcher Gartenbesitzer kennt das nicht, wenn im Sommer alles gleichzeitig reif wird und man gar nicht mehr weiß, wohin mit dem ganzen Obst und Gemüse? Eveline Wild erklärt in diesem Teil ihres Buches nämlich, wie sich die selbstgeernteten Gartenfrüchte am besten aufbewahren lassen – etwas das sicher jeder Gartenbesitzer wissen will.
Der nächste Teil behandelt Grundrezepte, aber keine gewöhnlichen. Dort erklärt Wild wie man beispielsweise Schokolade am besten temperiert, oder ein tolles Schokoladengitter kreiert. Dann kann es schon los gehen mit dem Backen.

Das nächste Buch, Fika & Hygge – skandinavisch backen {erschienen im Christian Verlag}, führt uns in den Norden, nämlich nach Skandinavien. Geschrieben von Brontë und Jonas Aurell, einer Schwedin und einem Dänen, vereint das Buch sowohl schwedische als auch dänische Traditionen. „Fika“ ist der schwedische Brauch, Freunde zum Kaffee zu treffen, und „Hygge“ drückt die dänsiche Glücksphilosophie der Gemütlichkeit aus. Da ein geselliges, gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Skandinavier gehört – und zwar mehrmals täglich – stellen uns die beiden Aurells eine breite Palette an süßem, aber einfachen Köstlichkeiten für den Alltag vor. Ihre Kreationen sind schnell zubereitet und sofort bereit, um sie mit Freunden gemeinsam zu genießen.
Eingeteilt wird das Buch in Grundrezepte, Kleingebäck & Kekse, Blechkuchen & Co., Fika für jeden Tag, Kleine, feine Törtchen, Festtagstorten, und Brote & Hefegebäck. Zwischen diesen Kapiteln sind immer wieder Exkurse zu finden, die zum Beispiel das Gefühl von Hygge vermitteln sollen. So wird man als Leser immer wieder kurz in den Norden entführt.
Am Beginn des Buches gibt es noch eine Übersicht über die wichtigsten skandinavischen Backzutaten, die einige Überraschungen bereithalten – Hirschhornsalz oder Lakritz beispielsweise. Vor allem Lakritz hat in der skandinavischen Küche einen besonderen Stellenwert, das bei uns aber nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Jedoch sind nicht alle Rezepte so außergewöhnlich für unseren Gaumen. Auch Zimtschnecken oder Himbeerschnitten lassen sich finden. Das Tolle an den Kreationen der Aurells ist, dass sie alle ohne viel Zeitaufwand zubereitet sind.

Weiter geht es in den Süden. Melissa Forti versucht mit ihrem Buch Dolci, Tartes und zauberhafte Kuchen backen {erschienen im Prestel Verlag} dem Leser Italien etwas näher zu bringen.Tim Mälzer, der das Vorwort zu diesem Buch geschrieben hat, meint sogar, sie habe ein kleines Meisterwerk erschaffen.
Forti, die einen Tea Room in Sarzana besitzt, ist dort für ihre aufwendigen, pompösen, aber wunderschönen Schöpfungen bekannt. Davon ist auch ihr Buch geprägt, wenn auch in leicht abgeänderter Form. Das ist auch gut so, denn sie hat ihre Köstlichkeiten großteils so adaptiert, dass sie auch von Hobbybäckern nachgebacken und verziert werden können.
Melissa Forti, die aus Italien stammt, hat auch in Los Angeles und London gelebt. Dies spiegelt sich ebenfalls in ihrem Buch wieder. Es wird nämlich in drei Kategorien eingeteilt: einer Sammlung an Rezepten aus ihrer Heimat Italien, einer Auswahl von Rezepten aus der ganzen Welt, und einer Zusammenstellung von Rezepten aus ihrer persönlichen Sammlung. So sollte für jeden Geschmack das Richtige dabei sein. Außerdem sind alle ihrer Rezepte mit einer modernen Note versehen. Anders als bei den ersten beiden Büchern gibt es keine Einleitung mit Grundrezepten, oder einer Übersicht der wichtigsten Zutaten. Man ist gleich mittendrin. Dafür ist als kleines Extra, das wir ganz besonders nett finden, neben jedem einzelnen ihrer 100 Köstlichkeiten eine kleine Anekdote zum jeweiligen Rezept geschrieben.
Allein schon beim Durchblättern bekommt man Lust das Rührgerät zu schwingen. Melissa Forti schafft es zudem das Gefühl zu vermitteln, als würde man von einer guten Freundin zum Backen eingeladen werden.

Zuletzt machen wir noch einen Abstecher nach Frankreich. Jean Michel Raynaud, der schon mit 20 Jahren Chef-Patissier in einem Drei-Sterne Restaurant war und heute in Sydney lebt, stellt in seinem Kochbuch Backen à la française {erschienen im Knesebeck Verlag} 95 wundervolle Rezepte vor. Das Buch ist etwas groß und schwer, hat aber ein Leseband, mit dem man seine Lieblingsrezepte schnell einmerken kann. Es wurde zudem in neun Kategorien eingeteilt: Begonnen wird mit einer Einführung zu Basiszutaten und wichtigsten Arbeitsutensilien, gefolgt von Plätzchen und Kleingebäck, Kuchen und Desserts, Torten und Pasteten, Brandteig, Blätterteig, Croisasants und Co., Brot und Marmeladen und Aufstrichen. Bei Raynauds Rezepten lassen sich auch immer wieder nützliche Tipps und Tricks finden, die zusammen mit den in Schritt-für-Schritt-Anleitung aufgebauten Rezepten helfen sollen, dass diese auch gelingen. Bei den komplizierteren Rezepten sind sogar Schritt-für-Schritt Fotos zur besseren Veranschaulichung vorhanden. So sollte sich auch jeder weniger erfahrene Hobbybäcker nicht allzu schwer tun, Raynauds köstliches französisches Backwerk selbst zu Hause zuzubereiten. Neben typisch französischen Rezepten wie Madeleines, Croissants, Brioches oder einer Quiche Lorraine finden sich auch moderne Rezepte oder Abwandlungen der Klassiker wieder.
Seine Rezepte gehen auch mit Erinnerungen an Raynauds Ausbildungszeit und Arbeit als Patissier sowie historischen Hintergründen der Rezepte einher. Für einen besonderen französischen Flair sorgen Informationen über die Bedeutung des Backens und die Rolle der Bäcker in Frankreich – was wir besonders interessant fanden.
Raynauds Rezepte sind inspirierend, wunderschön fotografiert und laden sofort zum Backen ein.