„Brot kann auch süß!“ – Genau so ist es und das findet auch Kevin, Buchautor und Foodblogger {thelawofbaking}. In seinem ersten Buch Süßes Brot zeigt er und seine liebsten Rezepte rund um das Thema Brot. Ich habe mir das Buch etwas genauer angesehen und – da ich Brot liiiiebe – wollte ich unbedingt mehr Detail erfahren, die ich im Interview mit Kevin auch bekommen habe. Aber lest selbst…

Ob in der Kategorie Quickbread, Hefeteig, Brot für besondere Anlässe, Topping und Leckeres aus Resten oder Volles Korn voraus – so vielseitig war Brot noch nie! Wer hätte gedacht, dass man auf Hefeteig so tolle Sachen zaubern kann… Aber beginnen wir von ganz vorne. Am Anfang des Buches gibt es eine kurze Übersicht über alle Zutaten, die zum Brot backen essentiell sind, darunter die Hefe, Zucker, Eier, Milch usw. Interessant ist vor allem auch der Zutaten-Glossar – denn wie es einige vielleicht schon wissen, sagt man zum Beispiel in Österreich Germ, während es in Deutschland Hefe heißt. Damit das nicht für Verwirrung sorgt, wird das gleich zu Beginn klargestellt. 🙂 Weiter geht’s mit wissenswerten Fakten über Hefe, Backformen & Co, und dann sind wir auch schon bestens vorbereitet, um uns an den ersten eigenen Brotteig zu wagen! Neben Grundrezepten für süßen Hefeteig, Quickbread oder für den süßen Vollkornhefeteig findet man in dem Buch viele klassische sowie auch moderne und neu interpretierte Rezepte: fruchtige Franzbrötchen, Cinnamon-Rolls mit Frischkäseglasur, „Very Berry“ Quickbread, Krampus, Dinkelbrioches, Vollkornmohnstrudel und, und, und – man sieht, die Rezepte sind zum Einen süß, zum anderen durch Vollkornmehl aber auch eine gesündere Variante des gewöhnliches Gebäcks. Super finde ich vor allem die Kategorie „Toppings und Leckeres aus Resten“. Hier findet man Rezepte u.a. für Cookie-Butter, Apfel-Brotpudding, schnelle Konfitüren und Haselnuss-Schoko-Aufstrich. Eine weitere, total süße Idee ist die Brotbackmischung zum Verschenken – so kann man allen Brotfans garantiert eine Freude machen!

Ein wichtiges Kapitel kommt zum Schluss des Buches: erste Hilfe bei Hefeteigproblemen – denn diese kennt wohl jeder, der sich schon mal ans Brot backen getraut hat: der Teig geht nicht auf, lässt sich nicht ausrollen, das Brot fällt nach dem Backen zusammen… Um diese Problemchen uz vermeiden, gibt Kevin Tipps, was man dagegen tun kann.

Ich finde, das Buch ist total gelungen und hat mich nicht mit den Fotos überzeugt, sondern auch mit den kreativen Rezepten, die allesamt mit Liebe gemacht sind. Ich oute mich hiermit als Brotfan und werde das iene oder andere Rezept aus Süßes Brot“ bestimmt nachbacken!

Aber jetzt habe ich genug erzählt und lasse den Autor höchstpersönlich zu Wort kommen…

1.       Warum genau backen – was hat es dir daran angetan?

Es ist für mich eine Art Ausgleich zu meinem Studio. Rechtswissenschaften kann durchaus eine trockene Angelegenheit werden auf Dauer. Und natürlich auch das ständige experimentieren mit neuen Backwaren. 

2.       Woher kommt die Idee für das Kochbuch?

Germteig gibt es ja sehr viel auf dem Blog. Und als mich der Verlag fragte, ob ich ein Buch mit süßem Brot umsetzen möchte, war ich natürlich gleich Feuer und Flamme. Mit süßem Brot verbinde ich auch viele Kindheitserinnerungen und genussreiche Momente aus der Vergangenheit.

3.       Dein Lieblings-Buchrezept?

Wenn ich mich da wirklich entscheiden muss, dann ist es die Osterpinze. Mit ihr verbindet mich auch etwas besonderes: Meine allererste Pilze – vor vielen Jahren – ging nämlich sowas von in die Hose und danach hatte ich ein wenig Scheu vorm Backen mit Germ. Aber man sollte sich ja nicht unterkriegen lassen und wieder seine Motivation und Freude dafür finden.

4.       Mal ehrlich… Geht immer alles leicht von der Hand oder geht auch mal etwas schief? 😉

Haha, da geht so einiges schief in der Küche. Ich hatte schon oft (eigentlich vorhersehbare) Unfälle in Bezug auf Guglhupfformen. Ich schreib’s ja immer in die Rezepte, dass man die Form richtig gut einfetten und mit Mehl ausstäuben sollte, nur selbst halte ich mich nicht immer daran und bete danach zum Guglhupf-Gott, damit er meinen Kuchen sicher und im Ganzen aus der Form gleiten lässt.

5.       Was isst du am Liebsten?

Nutella! Nein wirklich. Nach einem Tag mit viel Stress, setze ich mich gerne mit dem Glas und einem großen Löffel auf die Couch und vergesse mich dabei gerne selbst. Aber das mache ich eigentlich auch an Tagen, die nicht stressig sind. 

6.       Welches Brot isst du am Liebsten?

Jetzt abgesehen von süßem Brot: Bauernbrot mit Sauerteig. Davon kann ich einfach nicht genug kriegen. Eine Freundin von mir, backt nämlich Bauernbrot in einem Holzofen und das ist mit kaum einem Brot vergleichbar. 

7.       Wer isst die ganzen leckeren Sachen, die du bäckst? 😉

Ich wohne ja noch bei meinen Eltern, während des Studiums. Das heißt, dass in diesem Haus hier schon 3 weitere Mitesser sind und gleich direkt daneben wohnt auch noch Oma, Opa und Onkel. Also da finden sich genug Test-Esser für meine Rezepte.

8.       Gibt es etwas (ein Gericht, eine Zutat…), das du gar nicht magst?

Rote Rüben. Damit könnte man mich über alle Berge jagen. 

9.       Was war die größte Herausforderung beim Buch?

Zeitmanagement. Am Anfang habe ich das ein wenig unterschätzt und in der letzten Woche dann schon ein wenig Panik bekommen, dass ich es überhaupt fertig stellen kann. Es ging sich aber blendend aus. Foto-Finish, sozusagen. Beim Nächsten wird dann besser eingeteilt. 

10.   Welchen neuen Food-Trend würdest du niemals mitmachen – gibt es da etwas?

Bei Super-Foods bin ich mir noch unschlüssig. Ich finde den Trend an sich nicht schlecht, würde aber wahrscheinlich nicht mitmachen. Dafür bin ich eher der Mensch, der sich liebend gerne „ungesunde“ Traditions-Backware in die Futterluke schiebt.