Hallo Attersee!


Lange ist es her – wir haben uns einmal sehr gut gekannt. Für euch als kleine Hintergrundinformation: als ich noch in Salzburg gewohnt habe, habe ich einige Sommer am Attersee verbracht.  Den See kenne ich daher sehr gut. So war mir natürlich auch das 1er Beisl im Lexenhof, als eine der Top Genießer-Locations am Attersee bekannt. Man munkelt ja, es sei das beste Lokal am See. Dagegen können wir, vor allem nach unserem Besuch, gar nichts sagen und stimmen zu! Herrliche Küche, tolle Weine, ein traumhafter Gastgarten – nur aufpassen, dort herrscht Absturzgefahr!  Natürlich ist uns genau das passiert. 😉


Long Story Short – das 1er Beisl


Angekommen am Attersee, nach unserem Fischershooting beim Hotel Haberl, läutet unser Telefon. Dran ist Hans Lugstein, passend zum Namen ein Gastronomie-Urgestein und Haubenkoch. Er fragt uns wo wir denn bleiben, denn jetzt sei es am schönsten im Gastgarten. Natürlich hat er Recht und wir begeben uns in Richtung Nußdorf, wo mitten im Ort, im dort gelegenen Lexenhof das „1er Beisl“, eines der Salzkammergut Fischrestaurants, liegt. Im 800 Jahre alten Haus, indem man bei einer kulinarischen Reise zum 1er Beisl auch übernachten kann, ist letzteres seit Jahren ein Tipp für bestes Essen rund um den Attersee. Das Haubenlokal {2 Hauben} wurde im letzten Jahr zu einem der besten Wirtshäuser Österreichs ausgezeichnet. Dort speist man pipifein im wunderschönen Ambiente des schattigen Gastgartens oder in der gemütlichen Gaststube des alten Bauernhauses.


Tradition & Innovation


Im 1er Beisl trifft ehrliche, heimische, gute Küche auf moderne Gerichte, innovative Zutaten und eine sehr lässige Speisenpräsentation. So wird dort nicht eingedeckt, sondern eine elegante schwarze Holzbox enthält das richtige „Werkzeug“ für die bestellten Gänge. Finden wir richtig cool. Überhaupt wird hier sehr viel Wert auf die richtige Präsentation gelegt. So kommt auch die Vorspeise, ganz nach Carlettos Geschmack, eine kleine „Speckjause“ auf einer Wäscheleine auf den Tisch. Dazu trinken wir herrliche Weine und ich genieße ein sensationelles Lachs-Apfel-Avocado-Tartar. Für uns wird der Abend noch sehr, sehr lange. Wir kosten uns quasi durch die Weinkarte und vereinbaren zu später Stunde noch einen Besuch am nächsten Mittag, um das hauseigene Kräutergartl zu besichtigen.


Klein aber Fein – die Speisekarte


Die Speisekarte ist klein aber fein. Für jeden ist etwas dabei. Für den Herren dürfen es Mini Grammelknödeln sein, während ich an den frittierten Salbeiblättern aus dem eigenen Kräutergarten {dazu später mehr} nasche. Anschließend kommt Fisch auf den Tisch: feine Attersee Forelle „blau“ – perfekt angerichtet, feinstens präsentiert. Den süßen Abschluss unseres Menüs bildet ein flaumiger Marillenknödel auf Beeren – von dem Carletto behauptet es sei der beste den er je gegessen habe – und auch hier kann ich ihm nicht widersprechen. So unkompliziert wie der Name klingt sind auch die Wirtsleute. Das 1er Beisl steht eben doch für die Nummer Eins am See, beziehungsweise unter Kennern ist das 1er Beisl zumindest so bekannt.


Kräutergartl im 1erBeisl


Der frittierte Salbei, den ich mir habe schmecken lassen kommt, wie die gesamten Kräuter im 1er Beisl aus dem nagelneuen, zuckersüßen Kräutergartl gegenüber vom Lexenhof. Dort, im idyllischen Gartl wächst Brunnenkresse, mein geliebter Thymian, Rosmarin und alles was das Kräuterhexenherz begehrt. Da bin ich, zugegebener Maßen, ein bisschen neidig. Lange bleiben wir aber nicht, denn der Marillenknödel {wir müssen ihn nochmals essen!} ruft – dringende Verzehrempfehlung inklusive!


Kulinarisches Highlight


Als kulinarisches Highlight gilt der Montag. Da überraschen die Wirtsleute ihre Gäste mit einer Carte Blanché, also einem „Menü Surprise“. Freilich ist nicht nur dann, jedoch besonders an diesem Tag, der Gastgarten bis auf den letzten Platz gefüllt. Aber ein Platzerl haben wir immer, meint Hans Lugstein. Seine Frau bemerkt, dass die Wiese rund ums Haus und jedes Eckerl vom Gastgarten an solchen Tagen ausgenützt wird. Die Gäste lieben es überrascht zu werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hier ist unglaublich fair – wir sind restlos begeistert. Die drei Gänge gibt es für 35 Euro, die fünf Gänge für 45 Euro – wow. Dem ist nichts hinzuzufügen außer: „Lieber Hans, ich weiß, du bist immer zu einem Schmäh aufgelegt, das ist jetzt aber keiner: Bitte eine Dependance in Kärnten aufsperren“!

Wir sagen danke für die schöne Zeit bei euch! Wir sehen uns ganz bestimmt bald wieder und freuen uns schon jetzt auf das nächste Köstliche Menü im „1er Beisl“!